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CMT 2020

Die Lust am Urlaub war nie so groß

Die weltweit größte Publikumsmessse für Tourismus und Freizeit, die CMT am Stuttgarter Flughafen, bricht in neue Dimensionen auf. Noch während der Messe freuten sich die Touristiker über "die beste CMT aller Zeiten." Der Schwarzwaldführer war in Stuttgart, informierte sich aus erster Hand über Neuheiten. Ganz klar: Die Lust am Urlaub war nie so groß wie heute. Und die Freude am Wandern oder Fahrradfahren erlebt einen ungeheuren Aufwind.

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Besucherrekord auf der CMT 2020

„Wir freuen uns über rund 300.000 Besucher, die binnen neun Tagen unser Messegelände und die insgesamt 2161 Aussteller besucht haben. Ein absoluter Rekord!“, sagte Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, zum Abschluss der CMT 2020. Guido von Vacano, Mitglied der Geschäftsleitung, ergänzte: „Die CMT hat sich toll weiterentwickelt. Wir haben unser Angebot ausgebaut, das Profil in den Bereichen Tourismus und Caravaning weiter geschärft und damit unsere Besucher begeistert.“ Eine noch größere Vielfalt im Bereich Caravaning-Zubehör sowie der Schwerpunkt „Vanlife“, neue und attraktive touristische Destinationen, ein Rahmenprogramm mit über 600 Veranstaltungen sowie erfolgreiche Töchtermessen wie die Fahrrad- und Wanderreisen, die Golf- und Wellnessreisen sowie die Kreuzfahrt- und Schiffsreisen – für von Vacano der Schlüssel zum Erfolg.

Den „Wilden Süden“ schmecken

Nahziele für aktive Genießer: Beim Tourismustag stellte sich das Land als kulinarische Top-Destination vor. Für den anhaltenden Erfolg des Tourismus in Baden-Württemberg sei vor allem die hohe Qualität des Angebots entscheidend, sagte Tourismusminister Guido Wolf. Dass es gelungen sei, „einzigartige, unverwechselbare Erlebnisse“ zu schaffen, verdanke Baden-Württemberg zum einen „seiner Landschaft, die klimaschonend und ohne Flugreise zu erreichen ist“, zum anderen seiner hervorragenden Gastronomie. „Ein gutes Viertel aller deutschen Top-Restaurants liegt im Südwesten. Baden-Württemberg ist der Feinkostladen der Nation, denn gutes Essen und Trinken haben hier eine lange und stolze Tradition.“

Mit einem jährlichen Bruttoumsatzvolumen von rund 25 Milliarden Euro und über 53 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr sei der Tourismus von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für das Land, betonte Wolf. In der Saison 2019 habe man zum neunten Mal in Folge einen Rekord verzeichnet. Deshalb nehme man bei der Tourismusförderung „richtig Geld in die Hand“: Im aktuellen Doppelhaushalt sind zehn Millionen für das Tourismusmarketing vorgesehen, weitere zehn Millionen jährlich stellt das Tourismusinfrastrukturprogramm ab 2020 zur Verfügung. Hinzu kommen Mittel in Höhe von 20 Millionen aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, die für investitionsbereite Betriebe des Gastgewerbes vorgesehen sind. Dies soll gezielt dem Rückgang der Betriebszahlen, dem gefürchteten „Gasthaussterben“, entgegenwirken. Damit investiere man „so viel wie noch nie“, so Wolf. Da 390 000 Arbeitsplätze vom Tourismus abhingen, sei dies aber „gut angelegtes Geld. Urlaub zuhause lohnt sich und nutzt auch den Einwohnern vor Ort.“

Qualität ist Trumpf: 36 Wanderwege prämiert

Der Deutsche Wanderverband (DWV) zeichnete zahlreiche Qualitätswege „Wanderbares Deutschland“ aus. Aufgrund der Fülle an Zertifizierungen wurde die Urkundenverleihung erstmalig auf zwei Termine verteilt: DWV-Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß überreichte 36 Urkunden. Die Vertreter von 28 langen und acht kurzen Qualitätswegen nahmen die Zertifikate mit Begeisterung entgegen. DWV-Präsident Rauchfuß lobte deren vorbildlichen Einsatz: „Ohne die unzähligen Ehrenamtlichen gäbe es diese besonders schönen und abwechslungsreichen Wanderwege gar nicht. Tausende engagierter Menschen sind bei der Wegebereitstellung und Pflege in Vorleistung gegangen“, erklärte Rauchfuß. Mit der diesjährigen Verleihung gebe es in den Bundesländern nun 247 zertifizierte Wege mit einer Gesamtlänge von 15.027 Kilometern. „Das zeigt, dass der Trend zum Wandern in Deutschland ungebrochen ist und dass keineswegs nur in den Mittelgebirgen gewandert wird“, sagte der DWV-Präsident. Ausgezeichnet wurde übrigens auch der anspruchsvolle Schluchtensteig im Schwarzwald. Ein Trend geht in Richtung kürzerer Etappen, besonders gefragt sind Themenwege mit kulturellen oder familiengerechten Schwerpunkten.

Großes Potenzial für Heilbäder

Der Heilbäderverband Baden-Württemberg stellte Marketing-Maßnahmen für 2020 vor, die er mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums der Justiz und für Europa Baden-Württemberg durchführt. Minister Guido Wolf sagte, er sehe „großes Potenzial in den Themen Gesundheit, Erholung und Wellness für den Tourismus im Südwesten“. Für den Heilbäderverband gelte es, die guten Übernachtungszahlen in Kurorten und Heilbädern aus dem Vorjahr zu halten und auszubauen. Fritz Link, Bürgermeister von Königsfeld und zugleich Präsident des Heilbäderverbands, kündigte an, ab Februar tragen 38 der höher prädikatisierten Heilbäder und Kurorte im Südwesten das Prädikat im Ortsschild mit. Das Ortsschild, laut Link die „Visitenkarte einer Gemeinde“, weise also bald aus, um welche Art von Kurort oder Heilbad es sich handele. Für 70 Prozent der Gäste sei das jeweilige Prädikat entscheidend bei der Auswahl der Destination, so Link. Ab April bediene man die Zielgruppe der Wohnmobilisten mit einem digitalen Stellplatzführer, der Stellplätze an Bäder und Thermen ausweist. Mit 890.000 Übernachtungen im Tourismusjahr 2019 sind Camper und Caravaner für den Verband und seine Mitglieder eine zunehmend wichtige Zielgruppe, insbesondere da die ärztliche Verschreibung von Kuren oder Präventionsaufenthalten immer weiter abnimmt.

Freudenstadt startet durch

Mit einer durchweg positiven Bilanz der vergangenen Saison startet die Stadt Freudenstadt in das Tourismusjahr 2020. Der wachsende Ausbau der Hotellerie stärkt die Tourismusstruktur in der Region. Dazu tragen zahlreiche kulturelle und sportliche Veranstaltungshöhepunkte bei, den der Heilklima- und Kneippkurort auf der CMT präsentierte. Ein kultureller Höhepunkt, der nur alle zwei Jahre stattfindet, ist das Freudenstädter Sommertheater. Über drei Wochen hinweg wird den Zuschauern ein Theatererlebnis der besonderen Art geboten. Unter freiem Himmel ist ein Theaterspaziergang im Angebot, bei dem über verschiedene Stationen verteilt das Stück „Schwarzwaldgold“ von Jürgen von Bülow in traumhaften zu bewundern ist. Seit rund 20 Jahren ist das Open-Air Sommertheater eine feste Institution in Freudenstadt. Ebenfalls fest etabliert hat sich binnen kürzester Zeit ein sportliches Angebot für Mountainbiker. Mit dem Mountainbike-Single-Trail im Christophstal verfügt Freudenstadt seit drei Jahren über eine Mountainbike-Rennstrecke auf Bundesliga-Niveau. Von der hohen Qualität der Strecke ist auch die Radsport-Elite begeistert: Auf der 3,7 Kilometer langen Strecke werden am 6. und 7. Juni die deutschen Meisterschaften im Cross Country ausgetragen, einer Sparte des Radsports der auch bei den Olympischen Spielen vertreten ist. Das Event ist zugleich ein Bundesliga-Rennen. Wer es auf dem Rad lieber etwas gemütlicher angehen lassen möchte, kommt in Freudenstadt ebenfalls auf seine Kosten. Einige hundert Kilometer ausgeschilderter Radwege stehen den Radlern zur Verfügung, von Familienrundwegen bis hin zu knackigen Touren mit bis zu 1000 Metern Höhenunterschied.

Führendes Bundesland in Sachen Spitzengastronomie

Neben naturnahen Aktiv- und Outdoor-Angeboten steht das Reiserlebnis mit Messer und Gabel im „Wilden Süden“ ganz oben in der Besuchergunst. „Die Marktforschung bestätigt, dass Essen und Trinken für viele deutsche Urlauber nicht nur schmückendes Beiwerk sind“, berichtete Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. „Für 61 Prozent stehen kulinarische Erlebnisse an erster Stelle.“ Es sei „kein Wunder, dass Baden-Württemberg hier eine hohe Kompetenz zugesprochen wird.“ Dem stimmte der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt, gerne zu: „Mit 90 Michelin-Sternen in 77 Betrieben ist Baden-Württemberg das führende Bundesland in Sachen Spitzengastronomie.“ Daneben finde sich eine große Zahl an Gasthäusern und Restaurants, die auch ohne Stern „Gastronomie auf hohem Niveau“ pflegten – oft in Gestalt einer regional geprägten Küche, die das Genießerland Baden-Württemberg kulinarisch erlebbar mache. Als „beispielhaft“ nannte Engelhardt an dieser Stelle die erfolgreiche Gemeinschaftsinitiative „Schmeck den Süden“.

Gastfreundschaft wird von Menschen gemacht

Eine Herausforderung für die Gastronomie stelle nach wie vor die Nachwuchsgewinnung und -förderung dar, sagte Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. „Gastfreundschaft wird von Menschen gemacht. Frische, qualitativ hochwertige Ideen können nur auf Grundlage einer soliden Ausbildung und eines soliden Qualitätsmanagements
gedeihen.“ Derzeit befinden sich mehr als 7000 junge Menschen in der Ausbildung zu einem Beruf im Gastgewerbe oder im Reiseverkehr, fast 3000 haben in diesem Jahr eine Ausbildung begonnen. Damit sind die Zahlen – bei einem leichten Minus von 1,8 Prozent – relativ konstant geblieben. Gute Aussichten also für „Qualität Made in BaWü“.

Termine

Die CMT veranstaltet zum dritten Mal die Messe „Touristik & Caravaning“ (18. bis 22. November 2020) auf dem Leipziger Messegelände. Die nächste CMT in Stuttgart läuft vom 23. bis 31. Januar 2021.